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Kunstszene

Zwischennutzungsprojekt "The Hub - Schwabing"

Ein Ideenwettbewerb im ehemaligen Gebäude der Design Fakultät der Hochschule München führt zu spannenden Ausstellungen um digitale Kunst, "Digital.lab". Ein Zwischennutzungsprojekt.

Künstler: Michael Acapulco (Foto: Mannheimer Versicherung AG)

Über ein Jahr lang stand das Gebäude der ehemals angesiedelten Design Fakultät der Hochschule München leer. Bevor es final abgerissen wird und neue Wohnungen auf dem Gelände entstehen, steht das Gebäude nun für 6 Wochen für kulturelle Zwecke zur Verfügung. Ideen gab es genug. Doch wofür entscheiden? Über die sinnvolle Nutzung entschied nun ein Ideenwettbewerb des neuen Grundstückseigentümers und Münchner Projektentwickler „Bauwerk“.

Als Sieger ging „THE HUB - SCHWABING“ aus dem Wettbewerb hervor. Dahinter stehen als Ideengeber Raiko Schwalbe und Andreas Brestrich, die seit dem 12.09.19 das Gebäude mit verschiedenen Kunstausstellungen, Workshops, kleinen Konzerten, Sportangeboten bis zum 03.11.19 bespielen.

Die Jury des Wettbewerbs war sich einig: „Die Gewinneridee The Hub - Schwabing konnte sich gegen die zahlreichen anderen, großartigen Einrichtungen durchsetzen, da sie auf Vielfalt setzt. Mit Aktionen zu Kunst, Kultur, Musik aber auch Sport spricht die Idee viele unterschiedliche Zielgruppen an. Besonders mit dem Themenschwerpunkten digitale Kunst und E-Sport umfasst das Konzept Ansätze, die es so in München noch nicht gab.“ Das mit 15.000 EUR dotierte Preisgeld ist also gut investiert.

Ein Highlight der geplanten Zwischennutzung ist der Ableger der Kunstmesse ARTMUC: ARTMUC DIGITAL.LAB, die am 03.10.19 eröffnete und bis zum 13.10.19 eine komplette Etage auf rund 1.000 qm zu einer digitalen Kunstlandschaft verwandelt. Das ARTMUC Digital.LAB ist eine Teaserveranstaltung der Kunstmesse ARTMUC, die vom 17.10.-20.10.19 im Isarforum und der Praterinsel stattfindet.

Zusammen mit der bekannten Künstlerin Betty Mü und ihrem Partner Yul Zeser kuratiert Raiko Schwalbe die Ausstellung. 15 Künstlerinnen und Künstler präsentieren digitale, interaktive Kunst, Mapping und Lichtinstallationen. Eine vergleichbare Ausstellung digitaler Kunst in dieser Größe gab es bisher noch nicht.

Zwei der vielen beeindruckenden Arbeiten stellen wir Ihnen beispielhaft vor:

Mario Klingemann: Generatives 1-Channel Video
„Zero Viscosity” ist eine Reise durch den sogenannten „latenten“ Raum. Die Porträts von Mensch und Tier und Gegenständen entfalten sich wie in einem Kaleidoskop mit Hilfe des Modells BigGAN (GAN Generative Adversarial Networks). BigGAN ist ein öffentliches AI-Modell (AI steht für Artificial Intelligence), das von Google auf 1000 verschiedene Bildkategorien trainiert wurde und ein hyperdimensionales Universum darstellt, in dem eine unendliche Vielfalt von Bildern existiert. Diese lässt sich entdecken und erzeugen, indem man eine 1128-dimensionale Koordinate ansteuert. BigGAN ist jedoch keine Bild-Datenbank. Jedes Bild entsteht erst in dem Moment, in dem man seine Koordinate wählt. Der latente Raum ist nicht zufällig strukturiert sondern folgt einer semantischen und stilistischen inneren Ordnung, so dass Bilder, deren Koordinaten benachbart sind, auch visuell ähnlich sind.

Betty Mü und Yul Zeser: Videoinstallation:
Betty Mü ist eine deutsche Video-, Installations- und Projektionskünstlerin, die die Zweidimensionalität der klassischen Projektion unterbricht. Ihr einfallsreicher, poetischer Stil und ihre klaren Installationskonzepte wurden international und national bei zahlreichen spezialisierten Festivals, Ausstellungen und Events gezeigt.
Diese Arbeit soll der Start für eine Reihe „Video für Future“ sein. Sie zeigt Fernsehbilder von der vermeintlichen Schönheit unserer Erde und deren Zerstörung und wie die Welt nach und nach ihre Würde verliert. Diese Arbeit soll eine realistische und auch politische Botschaft an den Besucher sein.

Insgesamt mit dabei sind u.a. folgende Künstler:
Betty Mü – Audiovisuelle Videomappinginstallation / (www.bettymu.com)
Dreschwerk Kollektiv – Immersive Videoinstallation / (www.dreschwerk.de)
Felix Frank – Audiovisuelle Videomappinginstallation / (www.felixfrank.net)
Julia Mußgnug – VideoSkulptur / Generatives 1-Channel Video (www.juliamussgnug.com/)
Mario Klingemann– Generatives 1-Channel Video / (www.quasimondo.com)
Michael Seidl – Videoinstallation / (www.michael-acapulco.com)
Nikita Christell – Virtual Reality (http://www.artmuc.info/nikita-christell/)
Nicola Kötterl – Videoinstallation (http://www.artmuc.info/nicola-kotterl/)
Philipp Frank – Audiovisuelle Videomappinginstallation / (www.philipp-frank.com)
Raphael Kurig und Christian Gasteiger – Interaktive Kinekt Installation /(www.indivisualist.com)
Verena Bacher und Aubrey Fabay – Video-Schatteninstallation
Yul Zeser (Julian Schmidl) – Immersive Rauminstallation / (www.yulzeser.de)

Das Bayerische Fernsehen hat berichtet: In der Mediathek des BR finden Sie noch bis 14.10.19 den Beitrag über THE HUB SCHWABING. Weitere Berichterstattungen siehe "Links" rechts oben



Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen? Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar!

Bildergalerie

Bild 1: Betty Mü und Yul Zeser

Bild 2: Verena Bacher

Bild 3: Verena Bacher

Bild 4: Dreschwerk

Bild 5: Felix Frank

Bild 6: Betty Mü und Yul Zeser

Bild 7: Lou JP Mußgnug

Bild 8: Mario Klingemann


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