Museen brauchen Partner – Gelungene ARTIMA-Museumstagung in Gera
Rund 70 Gäste kamen zur diesjährigen ARTIMA-Museumstagung im Kultur- und Kongresszentrum Gera (KuK).
Am 12. Juni trafen sich rund 70 Kunst- und Kulturschaffende, Museumsleitungen sowie Volontärinnen und Volontäre aus Thüringen und Sachsen zur diesjährigen ARTIMA-Museumstagung im Kultur- und Kongresszentrum Gera (KuK). Unter dem Titel „Museen brauchen Partner! Zwischen kulturellem Auftrag und knappen Kassen – private Kulturförderung in Museen“ widmete sich die diesjährige Veranstaltung einem hochaktuellen Thema. Bereits im Vorfeld zeichnete sich ein großes Interesse ab – und die Erwartungen wurden erfüllt: Die Referentinnen und Referenten lieferten wertvolle Impulse und praxisnahe Anregungen, die das Fachpublikum in lebhaften Diskussionen vertiefte.
Ansicht in den Saal des Konkresszentrums
Schnell wurde deutlich, dass Museen heute mehr denn je auf private Kulturförderung angewiesen sind. Das Engagement von Förderern, Sponsoren und Mäzenen trägt nicht nur zum Erhalt der Einrichtungen bei, sondern ermöglicht auch Sonderausstellungen, wissenschaftliche Publikationen sowie vielfältige Bildungs- und Vermittlungsangebote.
Herr Felix Eckerle, Kulturamtsleiter der Stadt Gera, und Frau Kayol Lam, Mitarbeiterin für Fundraising und Kulturförderung im Kulturamt der Stadt Gera, machten in ihrem gemeinsamen Vortrag deutlich, welche zentrale Rolle Kultur für die Stadtentwicklung spielt.
Gera richtet den Blick dabei bereits heute auf das 800-jährige Stadtjubiläum im Jahr 2037, das als bedeutender Meilenstein vorbereitet wird.
Frau Dr. Franziska Nentwig
Einen weiteren Höhepunkt bildete der Vortrag von Dr. Franziska Nentwig aus Potsdam. Die Expertin für Museumsentwicklung und Fundraising gab unter dem Titel „Braucht Kultur Wirtschaft? Braucht Wirtschaft Kultur? Eine Liaison mit Potenzial“ wertvolle Einblicke in erfolgreiche Strategien der Sponsorengewinnung. Sie zeigte auf, wie Museen ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung selbstbewusst kommunizieren und langfristige Partnerschaften mit Unternehmen aufbauen können. Ihre zentrale Botschaft lautete: Museen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für ihre Regionen – kulturell, gesellschaftlich und wirtschaftlich – und können der Wirtschaft auf Augenhöhe begegnen.
Dr. Paul Kaiser
Den Abschluss der Vortragsreihe gestaltete Dr. Paul Kaiser, Direktor des Dresdner Instituts für Kulturstudien. In seinem Vortrag „Vom Ende der Gewissheit. Neue Konstellationen zwischen Kunst und Wirtschaft“ berichtete er eindrucksvoll aus seiner langjährigen Erfahrung und zeigte die Herausforderungen, aber auch die Chancen der Zusammenarbeit zwischen Kulturinstitutionen und Förderpartnern auf.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen erkundeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen von Stadtrundgängen die Geraer Museumslandschaft. Die Orangerie und das Otto-Dix-Haus beeindruckten ebenso wie das Stadtmuseum und das Museum für Angewandte Kunst. Neben den aktuellen Ausstellungen boten die Führungen spannende Einblicke hinter die Kulissen und in die Entstehung moderner Museumspräsentationen.
Herr Rössler & Frau Rolfes
Die diesjährige Museumstagung hatte jedoch noch eine besondere Bedeutung: Über viele Jahre hinweg wurde sie mit großem Engagement von Herrn Rössler, Agentur der Mannheimer Versicherung organisiert und begleitet. Mit seiner Leidenschaft, seiner Verlässlichkeit und seinem Einsatz hat er die Tagung nachhaltig geprägt und wesentlich zu ihrem Erfolg beigetragen.
Die Veranstaltung am 12. Juni in Gera war zugleich die letzte, die Herr Rössler in dieser Funktion organisierte. Mit seinem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand.
Würdigung an Herrn Rössler
Mit großem Dank und herzlicher Anerkennung verabschiedeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Herrn Rössler und würdigten sein langjähriges Engagement, mit dem er diese Tagung über viele Jahre geprägt und zu einer festen Größe in der Thüringer Museumslandschaft gemacht hat.
Die gute Nachricht: Die Museumstagung wird auch künftig von ARTIMA fortgeführt. So bleibt das bewährte Format erhalten und wird auch in Zukunft eine Plattform für den fachlichen Austausch und die Vernetzung von Kunst- und Kulturschaffenden bieten.
Für seinen neuen Lebensabschnitt wünschen wir Herrn Rössler von Herzen alles Gute, Gesundheit und viele erfüllende Momente.
Eure Karoline und Anette